Bahnhof Zernsdorf

Bahnhofsgebäude

Der Bau des Bahnhofsgebäudes in Zernsdorf wurde 1896 begonnen. Mit Eröffnung der Bahnlinie von Königs Wusterhausen (KW) über Storkow-Beeskow nach Frankfurt (Oder) im Jahre 1898 wurde auch das Gebäude samt einem Güterschuppen fertiggestellt. Im Erdgeschoß befanden sich Dienst- und Warteraum, im Obergeschoß die Dienstwohnung des Stationsvorstehers mit drei Zimmern und im Dachgeschoß ein Zimmer für den Stationsassistenten sowie ein großer Trockenboden.  Sanitäre Einrichtungen gab es zuerst im Nebengebäude, dann bis 2014 nur im Erdgeschoß des Bahnhofsgebäudes. 

Zeichung des ursprünglichen Bahnhofgebäudes in Zernsdorf von der Gleisseite und von Westen aus gesehen
Zeichung des ursprünglichen Bahnhofgebäudes in Zernsdorf von der Gleisseite und von Westen aus gesehen

 

Westlich ist ein Nebengebäude gelegen, das zunächst den Spritzenraum für die örtliche Feuerwehr beherbergte, zuletzt dann über Jahrzehnte die Bahnhofsgaststätte. Zudem befanden sich hier stets sanitäre Einrichtungen.

Das Nebengebäude mit Gaststätte (links) sowie Toiletten (rechts) im Jahre 2004 (Aufnahme Margit Mach, Zernsdorf)
Das Nebengebäude mit Gaststätte (links) sowie Toiletten (rechts) im Jahre 2004 (Aufnahme Margit Mach, Zernsdorf)
1930 gab es Pläne, das Bahnhofsgebäude auf der nördlichen Seite neu anzulegen. Dort war auch ein Rathaus geplant. Diese Pläne wurden nicht realisiert. Bis heute ist das Areal bewaldet.
1930 gab es Pläne, das Bahnhofsgebäude auf der nördlichen Seite neu anzulegen. Dort war auch ein Rathaus geplant. Diese Pläne wurden nicht realisiert. Bis heute ist das Areal bewaldet.

 

Mitte der 1920er Jahre wurde der Güterschuppen erweitert und 1932 ein mechanisches Stellwerk an den Dienstraum angebaut, dessen Dach seitdem eine große Terrasse für die Wohnung bildet.

Mechanisches Stellwerk der Einheits-Bauart im Bahnhof Zernsdorf 2015 (Aufnahme: Dr. Richard Vogel, Zernsdorf)
Mechanisches Stellwerk der Einheits-Bauart im Bahnhof Zernsdorf 2015 (Aufnahme: Dr. Richard Vogel, Zernsdorf)

 

Bis etwa 2006 war das Bahnhofsgebäude bewohnt und bis Ende 2013 Stellwerk und Diensträume im Erdschoß von der DB genutzt. Das mechanische Einheits-Stellwerk mit Hebel- und Blockwerk wurde von Scheidt und Bachmann in Rheydt Mitte der 1930er Jahre eingebaut. Der gleiche Hersteller lieferte auch die moderne elektronische Stellwerkstechnik (ESTW), die Anfang 2014 in Betrieb ging. Damit konnte der Fahr-dienstleiter abgezogen werden. Seit Ende 2013 stehen die Gebäude, deren unmittelbare Umgebung und ein Formhauptsignal neben dem Güterschuppen unter Denkmalschutz. Die Deutsche Bahn AG hat im November 2014 die Baulichkeiten samt Ladestrasse verkauft. Der neue Besitzer ist bemüht, die Häuser dem historischen Zustand anzunähern und gleichzeitig nach heutigem Standard wohnlich zu gestalten.  Zunächst wurden alle Wände neu verputzt, Dach und Wände gedämmt, zwei Bäder eingebaut, die Haustechnik komplett erneuert, auf der Strassenseite neue Fenster nach historischem Vorbild eingesetzt, die Dielenböden und Holztreppen von Farbschichten befreit und konserviert, das Dachgeschoß ausgebaut und das marode Schuppendach neu gedeckt. Weitere Maßnahmen werden der Austausch der übrigen Fenster und die Sanierung des Nebengebäudes sein.   

 

Aus der Westfälischen Rundschau vom 06.10.2017, Bild vergrößern per Klick.


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